Das Fassaden-Schulprogramm der Elbe-Schule

Auf der Webseite der Elbe-Schule, versteckt unter "Schüler - Aktuelles" - wurde Mitte November 2025 ein neues "gemeinsames, partnerschaftliches, demokratisches" Schulprogramm angekündigt. Zur zufälligen Entdeckung dieser Ankündigung gibt es hier ein Comic. Es ist hilfreich, das Comic zu kennen, bevor man hier weiterliest.

Zitate von der Webseite der Elbe-Schule zur Ankündigung eines neuen Schulprogramms:

  • "Gemeinsam gestaltenBildungspartnerschaft mit Familien"
  • "Demokratische Teilhabe und die enge Zusammenarbeit mit den Familien"
  • "Unsere Ziele sind, demokratische Werte wie Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit zu vermitteln, das kritische Denken zu fördern und die Partizipation zu stärken."
  • "Das Schulprogramm ist das pädagogische Fundament unserer Schule. Es beschreibt, wofür wir stehen, und legt die Schwerpunkte fest, die das Schulleben prägen."

Die Fassaden-Demokratie der Elbe-Schule

Das Schulgesetz und das Berliner Bildungsprogramm betrachten eine Schule als Gemeinschaftswerk "der Schulleitung, der Lehrkräfte, des pädagogischen Personals, der Schülerinnen und Schüler sowie der Erziehungsberechtigten". 

An der Elbe-Schule entsteht das pädagogische Fundament aber heimlich und ohne Beteiligung der Eltern. Nicht einmal Elternvertreter wussten davon. 

Dieser Beitrag seziert die undemokratische Genese des Fassaden-Schulprogramms und den daraus entstehenden Schaden.

Rassismus an der Elbe-Schule: Die Erziehungsberechtigten "interessieren sich nicht"

Die Schulleitung begründet die heimliche Ausgrenzung der ca. 400 Erziehungsberechtigten und deren Elternvertretern damit, dass man wisse, dass die Eltern "nicht interessiert" seien.

Allerdings sagte die Schulleitung im Beisein der Schulrätin, Zitat: "Wir haben den Vorstand der Elternvertreter darüber informiert. Wir als Schulleitung können dann aber nichts dafür, wenn der die Informationen dann nicht bis an die Eltern durchreicht."

Sitzt die Schulrätin dabei, dann hat man informiert, sitzt sie nicht dabei, hat man wegen dem bekannten Desinteresse der Eltern nicht informiert.

Der Vorstand ist so oder so der Meinung, er müsse nicht informieren. Problem gelöst?

So oder so: An der Elbe-Schule blieben (und bleiben?) auf diese Weise Informationen für die Eltern in einer intransparenten Allianz zwischen Schulleitung und GEV-Vorstand der Elternvertreter stecken.

Der GEV-Vorstand ist gleichzeitig auch die "Elterninitiative Elbe-Schule", die sich dem Kampf gegen Segregation widmet. Auf deren Webseite wird auf eine Studie verlinkt, die die Behauptung, dass Migranten grundsätzlich weniger am Schulleben interessiert seien, als Rassismus bezeichnet.

Gegenbeweis: Und sie interessieren sich doch

Wer sich jedensfalls darin versuchen will, Substanz in dieser "400-Erziehungsberechtigten-interessieren-sich-nicht"-Behauptung zu sehen: Sie lässt sich ganz einfach widerlegen.

Die Arbeit der Stadtteilmütter an der Rütli-Schule hat beeindruckend gezeigt, dass sich vermeintlich nicht interessierende Eltern durchaus interessieren lassen: Wenn Sprachbarrieren überwunden werden, man den "nicht Interessierten" die durchaus verständlichen Berührungsängste nimmt und ihnen das Gefühl gibt, dass sie willkommen und erwünscht sind, dann zeigt sich: Nur wenigen Eltern ist die schulische Laufbahn ihrer Kinder tatsächlich egal, und da sind, oh Wunder, eben doch Menschen dabei, die eine gute Schule für ihre Kinder wollen und bereit sind, sind zu engagieren.

Uta-Ulrike Staroste, eine Mutter aus einer anderen Eltern-Initiative, ähnlich der an der Elbe-Schule, sagt, Zitat: „Deutsche Eltern dürfen nicht dem Vorurteil aufsitzen, dass migrantische Eltern automatisch weniger bildungsinteressiert sind.“

An der Elbe-Schule ist es eine deutsche Bildungsbürger-Elite, die diesem Vorurteil aufsitzt. Dort allerdings soll es ein begründetes Urteil sein: "Erfahrung mit den Eltern".

Das aber ist durch die Arbeit der Stadtteilmütter widerlegt. Und damit sieht die Behauptung wie eine elitäre, paternalistische Diskriminierung aus.

Behauptung: Das "kriminelle Milieu"

Es gibt noch eine andere Begründung: Das neue Schulprogramm müsse schnell und deshalb ohne die Eltern verabschiedet werden. Es läge eine Art Notfall vor, denn das alte Schulprogramm rücke die Schule, die Eltern und die Schüler, Zitat Schulleitung: "mit dem ersten Satz in ein kriminelles Milieu".

Gegenbeweis: "nichts Kriminelles zu finden"

Die Schulleitung verweigert zwar die Herausgabe des aktuellen Schulprogramms, man kann es aber hier herunterladen. Ich habe es gelesen und vier unparteiischen Expert:innen vorgelegt. Einstimmiges Urteil: Auch diese Behauptung ist falsch. Hier ist das nachzulesen. 

Fazit: Es gibt weder pauschal "nicht interessierte" Eltern noch gibt es den behaupteten kriminellen Notfall. Es gibt also gar keine Begründung, die dafür herhalten könnte, den Erziehungsberechtigten (und damit auch mir) ihre Rechte vorzuenthalten. Oder besser: Die Gründe liegen ganz woanders.

Die wundersame Steigerung einer Antwortquote

Wohl weil die Allianz aus Schulleitung, Vorstand der Elternvertreter und dem beratenden Verein "Wahlweise e.V." durchaus wusste, dass das von ihnen angewendete Verfahren nicht ganz koscher ist, wurde eine Art "Alibi-Teilhabe" der Eltern durchgeführt: Man versteckte drei Fragen zum Schulprogramm in einer Befragung zum Kinderschutz.

Man hat die Eltern also dem Anschein nach eingebunden: Drei Fragen im Kinderschutz. Damit entstand das Schulprogramm demokratisch in enger Zusammenarbeit mit den Familien. Das kann man dann natürlich irgendwo glänzen lassen.

Die versteckte "Befragung" wurde von nur 15% der Eltern beantwortet. Das reichte der Schule nicht, denn gesetzlich ist eine repräsentative Befragung nötig. So wurden die 15% nun auf 50% "gesteigert". Wie das gelang? Ein Geheimnis.

Die Schule weigert sich vehement, die Rücklaufquoten und die Datensätze der Befragung vorzulegen. Die Missachtung des Informationsfreiheitsgesetzes durch die Elbe-Schule ist hier öffentlich dokumentiert.

Die Schulleitung hatte im Beisein der Schulrätin zugesagt, man wolle auf der nächsten Versammlung der Elternvertreter "erforschen", warum Eltern und Elternvertreter nichts vom Schulprogramm mitbekommen haben. Diese Zusage hat die Schulleitung nicht eingehalten.

Die unbeantwortete Drei-Fragen-Frage

Und auch, ob drei im Kinderschutz versteckte Fragen methodisch und inhaltlich überhaupt ausreichend sind, um Eltern ihre Partizipationsrechte und Vorschläge zur Verbesserung der Schule darzustellen, wurde von der Schulleitung bis heute nicht beantwortet. Ihre im Beisein der Schulrätin gemachte Zusage, das Thema anlässlich der nächsten Versammlung der Elternvertreter aufzubringen, hat sie ebenfalls nicht eingehalten.

Die Diskreditierung als Denunziant

Als mir noch nicht klar war, dass Schulleitung und Eltern-Vorstand gemeinsam verantwortlich sind, hatte ich noch versucht, das ganze Thema nur mit der Schulleitung zu klären. Damit die Schulleitung sich nicht mit "vergessenen" Eltern kompromittieren müsste. Ich hatte vorgeschlagen, die Befragung einfach noch einmal, diesmal richtig, nachzuholen, denn die im Kinderschutz versteckte wurde ja sowieso nicht bemerkt. So hätte alles einen regulären und rechtskonformen Gang nehmen und die Schulleitung ihr Gesicht wahren können. Die Antwort: Schweigen.

Elternvertretern und Eltern hingegen wurde gesagt, ich hätte von Anfang an und sofort die Schulaufsicht und Vorgesetzte der Schulleitung involviert. Das ist nachweislich unwahr. Es ist wohl der Versuch, mich in die Nähe eines Denunzianten zu rücken.

Vom Vorstand der Elternvertreter wurde mir sinngemäß auch mitgeteilt, ich sei verwirrt , niemand könne nachvollziehen, was ich überhaupt wolle. Ich handele in einer Art Wahn. 

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